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Soofi S: Deutschland hat nun ein offenes KI-Modell, das die Open-Source-Charts anführt

Ein deutsches Forschungskonsortium hat Soofi S 30B veröffentlicht, ein vollständig in München auf der Cloud der Deutschen Telekom trainiertes offenes Modell. Es schlägt alle vollständig offenen Rivalen in deutschen und englischen Benchmarks und zeigt, wie „souveräne KI“ praktisch aussehen kann.

Freundliche Druckerpresse mit offenen Zahnrädern auf einer Deutschlandkarte, aus der Papierbänder nach außen fließen

Ein deutsches Forschungskonsortium hat Soofi S 30B-A3B veröffentlicht, ein offenes Sprachmodell, das vollständig auf der Industrial AI Cloud der Deutschen Telekom in München trainiert wurde. Laut technischem Bericht erzielt es in deutschen wie englischen Benchmarks höhere Werte als jedes andere vollständig offene Modell, darunter frühere Spitzenreiter wie OLMo 3 32B vom Allen Institute und Apertus 70B von der ETH Zürich.

Das Modell hat 31,6 Milliarden Parameter, grob die internen Stellknöpfe, die es beim Training abstimmt, aktiviert aber pro erzeugtem Wort nur etwa 3,2 Milliarden davon. Dieses Mixture-of-Experts-Design lässt es beinahe zu den Kosten eines zehnmal kleineren Modells laufen. Seine Hybridarchitektur hält die Erzeugungsgeschwindigkeit auch bei sehr langen Eingaben fast konstant, während herkömmliche Modelle stark langsamer werden. Das Trainingsrezept setzte bewusst auf Deutsch: bis zu 15,3 Prozent des Datenmixes, einschließlich eines lizenzierten Korpus aus 193 Millionen Zeitungsartikeln. Das zahlt sich aus: Bei deutschen Benchmarks schlägt Soofi S jeden europäischen Wettbewerber, teils mit zweistelligen Abständen. Das vom KI-Bundesverband koordinierte Konsortium mit Fraunhofer, DFKI und mehreren Universitäten veröffentlicht Gewichte, Trainingscode und ein detailliertes Dateninventar.

Was dahintersteckt: Europa spricht seit Jahren über „souveräne KI“, Modelle auf lokaler Infrastruktur, nach lokalen Regeln und ohne Abhängigkeit von US- oder chinesischen Anbietern, brachte aber meist Modelle hervor, die weit hinterherlagen. Soofi S ist der erste deutsche Versuch, der seine Klasse tatsächlich anführt, zumindest unter vollständig offenen Modellen. Erwartungen sollten dennoch geerdet bleiben: „Vollständig offen“ ist eine spezielle Liga. Gegen offene Schwergewichte wie Alibabas Qwen3.5 ist das Bild gemischt, und der Bericht benennt Schwächen ehrlich: Deutsche Wettbewerbs-Mathematik ist mittelmäßig, und ein Test zum Abruf aus langem Kontext fällt stark ab. Das ist ein starkes 30B-Modell, kein Fable- oder GPT-Rivale.

Was das für dich bedeutet: Wenn du nur mit ChatGPT oder Claude chattest, ändert sich heute nichts. Betreibst du Modelle lokal oder arbeitest du in einem Unternehmen, das keine Daten in US-Clouds senden kann, ist das aber einen Blick wert: ein wirklich fähiges, wirklich offenes Modell, ungewöhnlich stark auf Deutsch, mit kostenlos auf Hugging Face herunterladbaren Gewichten. Für alle in der DACH-Region ist es außerdem ein Signal: Europäische KI ist nicht mehr automatisch die Pointe.

Quellen

Quellen: https://www.soofi.info/soofi-s/

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