MCP erhält sein größtes Update seit dem Start, und schafft Sitzungen komplett ab
Die Spezifikation 2026-07-28 macht das Protokoll für KI-Werkzeugverbindungen zustandslos, ergänzt Apps und Tasks und schreibt OAuth 2.1 vor. Für fünf ältere Funktionen beginnt eine zwölfmonatige Auslaufphase.
Das Model Context Protocol hat diese Woche die Spezifikation 2026-07-28 veröffentlicht, die größte Überarbeitung seit seinem Start. MCP ist der Standard, über den ein KI-Assistent externe Werkzeuge und Daten ansprechen kann, etwa deinen Kalender, eine Datenbank oder ein Firmenwiki, ohne dass jeder Anbieter eine eigene Verbindungstechnik erfinden muss. Verwaltet wird das Protokoll inzwischen von der Agentic AI Foundation, einem Fonds der Linux Foundation. Zu dessen Platinum-Mitgliedern gehören Anthropic, OpenAI, Google, Microsoft und Block.
Die wichtigste Änderung: MCP wird zustandslos. Bisher mussten Client und Server zunächst einen Initialisierungshandschlag ausführen; jede weitere Anfrage trug eine Sitzungskennung. Auf einem Laptop funktionierte das gut, in verteilten Systemen weniger. Ein Client blieb an genau die Serverinstanz gebunden, die seine Sitzung kannte. Betreiber brauchten deshalb Sticky Load Balancing oder einen gemeinsamen Sitzungsspeicher, und nach einem Verbindungsabbruch begann alles von vorn. In der neuen Spezifikation enthält jede Anfrage alle benötigten Angaben. Protokollversion, Client-Identität und unterstützte Fähigkeiten werden bei jedem Aufruf im Feld _meta mitgesendet, sodass jede Instanz in einem Serverpool antworten kann. Verfügbare Fähigkeiten fragt der Client bei Bedarf über server/discover ab.
Zwei Erweiterungen ergänzen den schlanken Kern. Tasks ist für lang laufende Arbeiten gedacht. Statt bis zum Abschluss zu blockieren und einen Timeout zu riskieren, gibt der Server eine dauerhafte taskId zurück, deren Status der Client abfragt. Eine Aufgabe kann im Zustand input_required pausieren und auf menschliche Zustimmung warten. Apps erlaubt einem Server, interaktives HTML anzugeben, das in einem abgeschotteten Iframe direkt im Chat erscheint. Ein Werkzeug kann damit ein Formular oder Dashboard zeigen statt Rohdaten im JSON-Format; für nicht unterstützende Clients bleibt eine Textalternative. Auch die Autorisierung wird strenger: OAuth 2.1 und die Erkennung über OpenID Connect sind künftig Pflicht. Mit Enterprise-Managed Authorization kann die IT Zugänge zentral bereitstellen, sodass nicht jeder Beschäftigte einzelne OAuth-Dialoge durchlaufen muss. Fünf Funktionen, darunter Roots, Sampling und der Transport HTTP+SSE, sollen nach einer neuen Richtlinie auslaufen, die mindestens zwölf Monate bis zur Entfernung garantiert.
Hinter den technischen Änderungen steckt eine Idee, die auch ohne MCP-Code verständlich ist. Verborgener Sitzungszustand war für das Modell unsichtbar. Explizite Kennungen sind es nicht. Gibt ein Server eine basket_id oder workflow_run_id als gewöhnlichen Wert zurück, kann das Modell sie sehen, über sie nachdenken und an ein anderes Werkzeug weiterreichen. Der Zustand wandert aus der Transportebene in die Unterhaltung, und passt damit besser zur tatsächlichen Arbeitsweise von Agenten.
Was das für dich bedeutet: Wenn du KI-Assistenten nur nutzt, dürften Verbindungen zuverlässiger und in den kommenden Monaten visueller werden. Mit Apps kann ein Werkzeug eine echte Oberfläche im Chat anzeigen, statt Text auszuschütten. Betreibst du einen MCP-Server, ist die Arbeit klar umrissen: Prüfe alle Abhängigkeiten von initialize und Mcp-Session-Id, verarbeite die Client-Informationen bei jeder Anfrage aus _meta und beginne die Migration weg von den auslaufenden Funktionen. Beta-SDKs für Python, TypeScript, Go und C# unterstützen die neue Spezifikation bereits. Frühestens im Juli 2027 dürfen veraltete Funktionen entfernt werden.
Quellen
- MCP 2026-07-28: What’s Changing and How to Migrate (Agentic AI Foundation)
- Model Context Protocol (Spezifikation und SDKs)
- MCP just got its biggest update ever (VentureBeat)
- How AgentCore Gateway supports the MCP 2026-07-28 spec (AWS)
Quellen: https://aaif.io/blog/mcp-2026-07-28-whats-changing-and-how-to-migrate
Nvidia und 36 Partner gründen offene Allianz für KI-Sicherheit
In der Open Secure AI Alliance wollen Microsoft, CrowdStrike, Hugging Face, IBM, Red Hat, Palantir und weitere Unternehmen gemeinsam offene Werkzeuge zum Schutz von KI-Systemen entwickeln.