CourionAI
DE
Newsletter
← Alle News
claude 2 Min. Lesezeit

Claude Science: Anthropic baut eine KI-Arbeitsumgebung, die Forschungsdaten auf den eigenen Rechnern belässt

Anthropics neue App für Forschende bündelt mehr als 60 wissenschaftliche Fähigkeiten sowie einen Prüfagenten für Quellenangaben, und läuft lokal, damit sensible Daten das Labor nie verlassen.

Eine Laborwerkbank mit Kolben und Mikroskop neben einem hausförmigen Tresor, der einen Stapel Papiere schützt

Anthropic hat Claude Science veröffentlicht, einen eigenen KI-Arbeitsbereich für Forschende, und die interessanteste Designentscheidung hat nichts mit Intelligenz zu tun. Die App läuft lokal unter macOS oder Linux und verbindet sich mit den eigenen Servern und Rechenclustern eines Labors. Sensible Forschungsdaten müssen das Gebäude dadurch nie verlassen.

Die Arbeitsumgebung führt Dutzende wissenschaftliche Datenbanken, Werkzeuge und Softwarepakete in einer Oberfläche zusammen. Forschende können Fachliteratur analysieren, mehrstufige Datenanalysen ausführen, Diagramme erstellen und Manuskripte entwerfen. Mehr als 60 vorkonfigurierte Fähigkeiten, fertige Arbeitsabläufe, die die KI ausführen kann, decken Bereiche wie Genomik, Proteomik und Chemoinformatik ab. Ein separater Prüfagent kontrolliert automatisch Quellenangaben und Berechnungen. Das ist eine direkte Antwort auf den häufigsten Kritikpunkt an KI in der Forschung: selbstbewusst erfundene Referenzen. Im Hintergrund greift Claude Science auf Nvidias BioNeMo-Werkzeugsammlung mit spezialisierten Biologiemodellen zurück. Forschende können zudem ihre eigenen Abläufe als wiederverwendbare Fähigkeiten speichern.

Die lokale Architektur verdient einen genaueren Blick, denn sie löst ein Problem, das viele Wissenschaftler bislang vollständig von KI-Werkzeugen ferngehalten hat. Unveröffentlichte Daten, Patientenakten, nicht patentierte Wirkstoffe, nichts davon lässt sich einfach in einen Chatbot kopieren. Claude Science kehrt das Prinzip um: Die App arbeitet dort, wo die Daten liegen, über SSH oder auf Hochleistungsrechenclustern. Nur der konkrete Kontext, den Claude tatsächlich benötigt, wird an das Modell gesendet. Braucht ein Auftrag mehr Leistung, skaliert das System von einer einzelnen GPU auf Hunderte.

Was dahintersteckt: Anthropic setzt darauf, dass die Wissenschaft zu einem der wichtigsten Anwendungsfelder für KI wird, und konkurriert um das Vertrauen der Forschenden, nicht nur um ihre Abonnements. Das Versprechen einer lokalen Architektur richtet sich genau an Institutionen, deren Datenrichtlinien KI-Werkzeuge aus der Cloud untersagen. Bevor du zu begeistert wirst, solltest du die Grenzen kennen: Die Modellabfragen selbst gehen weiterhin an die Server von Anthropic, das ist keine Offline-KI, sondern KI, bei der die Daten zu Hause bleiben. Außerdem handelt es sich um eine Betaversion, Kinderkrankheiten sind also garantiert.

Was das für dich bedeutet: Wenn du in der Forschung arbeitest oder etwas mit Labornähe studierst, solltest du dir das eher früher als später ansehen: Claude Science ist für Nutzer der Tarife Pro, Max, Team und Enterprise als Beta verfügbar. Anthropic unterstützt zudem bis zu 50 Forschungsprojekte mit jeweils bis zu 30.000 Dollar an Guthaben; Bewerbungen sind bis zum 15. Juli möglich. Wenn du nicht wissenschaftlich arbeitest, ist das zugrunde liegende Muster trotzdem die eigentliche Geschichte: „Die KI kommt zu deinen Daten, nicht umgekehrt“ ist das Design, das KI für Medizin, Recht und alle anderen Bereiche nutzbar macht, in denen Datenschutz wirklich zählt, davon dürften wir noch viel mehr sehen.

Quellen

Quellen: https://www.anthropic.com/news/claude-science-ai-workbench

Nächster Artikel

Du nutzt Fable 5 mit einem Claude-Abo? Am Montag ändert sich die Abrechnung

Ab dem 7. Juli ist Fable 5 nicht mehr in Claude Pro, Max und Team enthalten. Danach wird das Modell über Nutzungsguthaben abgerechnet, das solltest du vor Montag prüfen.

Ein Kalenderblatt mit einem eingekreisten Tag, daneben eine auf der Kante stehende Münze und ein alter Verbrauchszähler