Mira Muratis neues Labor liefert sein erstes Modell, und es ist zum Anpassen gebaut
Thinking Machines Lab, gegründet von der ehemaligen OpenAI-Technikchefin Mira Murati, veröffentlicht Inkling, ein offenes Modell mit 975 Milliarden Parametern. Es führt US-Modelle mit offenen Gewichten in einem Benchmark an, halluziniert aber stark und ist als Ausgangspunkt statt als fertiges Produkt gedacht.
Thinking Machines Lab, das Start-up der früheren OpenAI-Technikchefin Mira Murati, hat sein erstes echtes Produkt ausgeliefert: ein KI-Modell namens Inkling. Murati half beim Aufbau von ChatGPT, daher waren viele neugierig, was ihr eigenes Labor entwickeln würde. Die Antwort ist interessant und etwas ungewöhnlich.
Inkling hat 975 Milliarden Parameter, von denen jeweils nur 41 Milliarden aktiv sind. Das nennt sich Mixture of Experts und ähnelt einem großen Team, bei dem für jede Frage nur die benötigten Spezialisten erscheinen. Es verarbeitet Text, Bilder und Audio; seine Gewichte sind auf Hugging Face kostenlos herunterladbar. Laut dem Testlabor Artificial Analysis ist es derzeit das stärkste Modell mit offenen Gewichten eines US-Unternehmens, mit 41 Punkten im Intelligence Index vor Nvidias Nemotron 3 Ultra und Googles Gemma 4. Bei Agentenaufgaben für Wissensarbeit lag es knapp vor Chinas Kimi K2.6 und DeepSeek.
Die ehrlichen Einschränkungen sind groß, und das Unternehmen nennt sie selbst. „Inkling ist heute nicht das stärkste verfügbare Gesamtmodell“, heißt es in der Ankündigung; führende chinesische offene Modelle schlagen es bei mehreren Aufgaben. Auch mit Fakten hat es Probleme: Artificial Analysis maß eine Halluzinationsrate von 63 Prozent, es erfindet bei schwierigen Faktenfragen also weit mehr als die Hälfte der Antworten. Das begrenzt, wo du es unverändert sicher einsetzen würdest.
Der eigentliche Punkt ist die Geschäftsidee. Thinking Machines verkauft Inkling nicht als klügsten Chatbot, sondern als Grundlage zum Weiterbauen. Die Plattform Tinker lässt Kunden das Modell feinabstimmen, also mit eigenen Daten so anpassen, dass es eine konkrete Aufgabe gut erfüllt. Das Versprechen: Ein Modell der Mittelklasse, das du selbst formen kannst, schlägt ein etwas klügeres, das du nicht anfassen darfst. Das ist eine Wette auf Anpassbarkeit statt bloße Rohleistung.
Was das für dich bedeutet: Für die meisten Menschen ändert sich zunächst nichts; das ist ein Werkzeug für Entwickler und Unternehmen, keine neue App zum Ausprobieren. Es ist aber ein nützliches Signal. Ein prominentes Labor argumentiert, die Zukunft bestehe nicht aus einem riesigen Alles-Modell, sondern aus vielen kleineren, auf bestimmte Aufgaben abgestimmten. Wenn das stimmt, ist die KI, die du in einem Jahr nutzt, vielleicht leise ein angepasstes Modell in deiner vorhandenen Software statt ein berühmter Name in einer Chatbox.
Quellen
Quellen: https://thinkingmachines.ai/news/introducing-inkling/
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