ChatGPT hat endlich eine echte Linux-App, inklusive Codex
OpenAI hat am 11. August eine Vorschau seiner Desktop-App für Linux veröffentlicht, mit DEB- und RPM-Paketen für Ubuntu, Debian und Fedora. Codex, der Programmierarbeitsplatz, steckt im selben Fenster.
Wer ChatGPT unter Linux nutzen wollte, hatte jahrelang nur eine Möglichkeit: einen Browser-Tab. Am 11. August änderte sich das. OpenAI veröffentlichte eine Vorschau seiner Desktop-App für Linux, ordentlich verpackt als DEB- und RPM-Dateien. Neben der vertrauten Chat-Oberfläche bringt sie auch ChatGPT Work und Codex mit.
Offiziell unterstützt werden Ubuntu 24.04 und 26.04 LTS, Debian 13 sowie Fedora 43 und 44, jeweils auf x64- und ARM64-Rechnern. Der Installer fügt deinem System ein OpenAI-Paket-Repository hinzu. Künftige Updates kommen dann wie bei anderer Software über apt oder dnf statt als manueller Download. Arch wird offiziell nicht unterstützt, Community-Pakete gibt es aber bereits im AUR.
Für Entwickler ist Codex der entscheidende Teil. Es ist OpenAIs Programmierarbeitsplatz und hat in der Desktop-App einen eigenen Verlauf und ein eigenes Fenster, statt nur ein Modus im Chat zu sein. Du weist es auf einen lokalen Ordner oder ein Git-Repository und kannst Dateien öffnen und bearbeiten, Tests ausführen, Änderungen prüfen und Befehle mit deinen Berechtigungen ausführen lassen. Genau hier ist Vorsicht angebracht: Ein Werkzeug, das Befehle auf deinem Rechner ausführen kann, sollte langsam an dein Dateisystem herangeführt werden. Linux-Nutzer konnten Codex bisher über die Kommandozeile oder eine Editor-Erweiterung nutzen. Der grafische, projektorientierte Ablauf war jedoch bis jetzt ein Privileg von macOS und Windows. OpenAI integrierte seine eigenständige Codex-App im Juli auch dort in den ChatGPT-Desktop-Client. Die Linux-Vorschau folgt demselben Aufbau.
Warum braucht man eine Desktop-App, wenn die Website gut funktioniert? Zum Teil wegen kleiner Bequemlichkeiten: ein richtiges Fenster, Systemintegration und kein Tab, der zwischen vierzig anderen verschwindet. Vor allem geht es um Zugriff. Ein Browser-Tab sieht nur, was du hineinkopierst. Einer Desktop-App kannst du einen Ordner, ein Terminal oder ein Repository geben. Dieser Wechsel von „ein Chat, in den du Dinge kopierst“ zu „ein Programm, das mit deinen echten Dateien arbeitet“ beschreibt die Richtung der KI-Werkzeuge in diesem Jahr. Deshalb kehrt auch die Berechtigungsfrage immer wieder. Linux war lange der Ort, an dem KI-Entwicklerwerkzeuge zuletzt getestet wurden, obwohl dort viel Arbeit stattfindet. Das korrigiert nun eine merkwürdige Lücke.
Was das für dich bedeutet: Wenn du Linux nutzt und täglich mit ChatGPT arbeitest, ist das ein unkompliziertes Upgrade. Dank des Repositorys musst du Updates nicht mehr suchen. Als Entwickler solltest du Codex zuerst an einem Wegwerfprojekt ausprobieren und beobachten, was es tut, bevor du ihm ein wichtiges Repository übergibst. Und wenn du Linux gar nicht nutzt, gibt es trotzdem ein Signal: Assistenten verlassen die Webseite und kommen auf deinen Rechner. Damit wird die Frage „Worauf kann dieses Ding tatsächlich zugreifen?“ bei jeder installierten KI-App wichtiger. OpenAI nennt das Ganze eine Vorschau, also sind raue Kanten zu erwarten.
Quellen
Quellen: https://linuxiac.com/openai-launches-official-chatgpt-desktop-app-for-linux-in-preview/
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