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Ein chinesisches Labor startet einen kostenlosen Rivalen für Claude Code, zum Zehntel des Preises

Z.ai, ehemals Zhipu AI, hat ZCode veröffentlicht: einen kostenlosen Programmieragenten auf Basis des Modells GLM-5.2, dessen Nutzung ungefähr ein Zehntel von Anthropics Claude-Code- und Max-Angeboten kostet.

Risografie-Illustration zweier Figuren in Terminalfenstern, eine reich verziert und eine unkonventionell, zwischen denen Codeklammern und Münzen schweben

Wenn du Claude Code oder OpenAIs Codex schon einmal genutzt hast, damit eine KI für dich Code schreibt und ausführt, gibt es nun eine neue, deutlich günstigere Alternative: Z.ai, das Pekinger Labor, das früher als Zhipu AI bekannt war, hat gerade ZCode veröffentlicht, eine kostenlose Desktop-App, die dieselbe Aufgabe übernimmt und auf dem eigenen Modell GLM-5.2 basiert.

Ein Programmieragent ist kein Chatbot, in den du Text hineinkopierst und wieder herauskopierst. Er ist ein Assistent, der deine Dateien lesen, Terminalbefehle ausführen, zugehörigen Code durchsuchen und selbstständig Änderungen in Git vornehmen kann, während du ihn beaufsichtigst. ZCode arbeitet nach demselben Prinzip wie Claude Code und Codex: ein Agent, ein Arbeitsablauf, der den gesamten Kreislauf übernimmt. Die App kann kostenlos für macOS, Windows und Linux heruntergeladen werden und unterstützt das Prinzip „Bring your own key“, sodass du bei Bedarf andere Modelle anbinden kannst. Und in einer Besonderheit, die du bei den US-Werkzeugen nicht findest, lässt sie sich aus der Ferne über WeChat oder Feishu oder vom Smartphone aus steuern.

Der Preis ist die eigentliche Geschichte. GLM-5.2, das Modell hinter ZCode, ist über den GLM Coding Plan von Z.ai verfügbar. Dieser soll ungefähr ein Zehntel dessen kosten, was Anthropic für seine vergleichbaren Angebote Claude Code und Claude Max verlangt. GLM-5.2 selbst erschien im Juni unter einer MIT-Lizenz, einer der freizügigsten verfügbaren Lizenzen. Und die günstige Positionierung ist nicht nur Gerede: In einem unabhängigen Vergleich von Snowflake mit 103 Programmieraufgaben lagen GLM-5.2 und Anthropics Opus 4.7 nach jeweils drei Versuchen beinahe gleichauf.

Was tatsächlich passiert: Ein Programmiermodell der Spitzenklasse zu entwickeln, war früher etwas, das nur zwei oder drei Labore schafften. Das ändert sich schnell. Chinesische Labore, Z.ai, DeepSeek, Alibabas Qwen-Team und andere, schließen die Leistungslücke und unterbieten die Preise westlicher Anbieter zugleich um eine Größenordnung. Eine Zeit lang waren offene Modelle nach dem Motto „gut genug und viel günstiger“ hauptsächlich für die Forschung interessant. ZCode zeigt, dass sie nun als ausgereifte Alltagswerkzeuge verpackt werden und direkt um dieselben Arbeitsplätze konkurrieren, an denen Claude Code und Codex eingesetzt werden.

Was das für dich bedeutet: Wenn KI-Programmierwerkzeuge für dich neu sind, bleibt das Prinzip unverändert: Du bekommst einen Assistenten, der unter deiner Aufsicht Code schreibt und testet, nur von einem anderen Unternehmen. Falls du Claude Code oder Codex bereits nutzt und dir die Kosten wichtig sind, ist ZCode einen Probelauf wert, insbesondere für Nebenprojekte. Du solltest allerdings wissen, dass dein Code an chinesische Server übertragen wird, sofern du das System nicht über BYOK selbst hostest. Bei sensibler Kundenarbeit ist das relevant. Für die meisten Gelegenheitsnutzer besteht heute kein Grund zu wechseln. Der dadurch entstehende Preisdruck dürfte sich künftig aber darauf auswirken, was du für diese Werkzeuge bezahlst, unabhängig davon, für welches du dich entscheidest.

Quellen

Quellen: https://the-decoder.com/zhipu-ai-launches-zcode-to-challenge-claude-code-and-openai-codex-at-a-fraction-of-the-cost/

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