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openai 2 Min. Lesezeit

GPT-5.6 Sol erreicht beinahe das beste KI-Modell, für ein Drittel des Preises

Unabhängige Tests sehen OpenAIs neues Spitzenmodell einen Punkt hinter Claude Fable 5, während eine Aufgabe nur etwa ein Drittel so viel kostet. Der KI-Preiskampf hat die Spitzenklasse erreicht.

Eine Waage im Risografie-Stil mit einer strahlenden Sonnenscheibe auf der einen und einem kleinen Münzstapel auf der anderen, nahezu waagerechten Schale

Seit GPT-5.6 öffentlich verfügbar ist, liegen die ersten unabhängigen Zahlen vor, und sie erklären, warum der Start die Konkurrenz nervös macht. Artificial Analysis, eine Plattform, die zahlreiche KI-Tests zu einer Gesamtwertung bündelt, gibt GPT-5.6 Sol in ihrem Intelligence Index 59 Punkte. Damit liegt es nur einen Punkt hinter Claude Fable 5, dem aktuellen Spitzenreiter mit 60 Punkten. Der Haken für Anthropic: Sol schafft das für etwa 1,04 Dollar pro Aufgabe, also ungefähr ein Drittel der 2,75 Dollar von Fable 5.

Im neuen Coding Agent Index der Plattform, der misst, wie gut Modelle mit Werkzeugen echte Programmierarbeit erledigen, übernimmt Sol sogar den ersten Platz: In OpenAIs Codex-Umgebung erreicht es 80 Punkte und liegt damit vor Fable 5 in Claude Code mit 77. Die kleineren Varianten von GPT-5.6 sind noch günstiger: Terra kostet rund 0,55 Dollar pro Aufgabe, Luna 0,21 Dollar. Die offiziellen Tokenpreise je Million liegen für Sol bei 5 Dollar für die Eingabe und 30 Dollar für die Ausgabe, für Terra bei 2,50 / 15 Dollar und für Luna bei 1 / 6 Dollar. Sam Altman behauptet außerdem, Sol verbrauche bei agentenbasierten Programmieraufgaben bis zu 54 Prozent weniger Ausgabetokens. Das ist bislang nur eine Aussage des Firmenchefs und nicht unabhängig bestätigt, sollte also als Marketing betrachtet werden.

Was steckt dahinter? Die „Kosten pro Aufgabe“ werden wichtiger als reine Benchmark-Punktzahlen. Ein Modell, das etwas schlechter abschneidet, aber deutlich weniger Tokens verbraucht, jene kleinen Texteinheiten, nach denen KI-Unternehmen abrechnen, kann in der Praxis wesentlich günstiger sein. Genau das setzt Anthropic derzeit unter Druck: Fable 5 führt weiterhin bei der zusammengefassten Intelligenzleistung, doch Metas neue API, xAIs Grok 4.5 und chinesische Open-Source-Modelle drücken allesamt die Preise. Nun bietet auch OpenAI Spitzenqualität zu einem Bruchteil der Kosten. Die Erwartungen sollten trotzdem realistisch bleiben: Zusammengefasste Indizes verbergen viele Feinheiten, und ein Punkt Unterschied auf einer Skala von 100 sagt wenig darüber aus, welches Modell sich für deine konkrete Arbeit besser anfühlt.

Was das für dich bedeutet: Wenn du ein Chat-Abo hast, ändert sich heute nichts, hier geht es um API-Preise für Entwickler. Die Wirkung kommt aber mit der Zeit bei dir an: Günstigere Tokens erlauben Anbietern mehr Nutzung pro Abo, und Werkzeuge auf Basis dieser Modelle werden billiger im Betrieb. Wenn du für ein Projekt ein Modell auswählst, lautet die praktische Erkenntnis: Frag nicht mehr „Welches Modell ist das klügste?“, sondern „Welches ist für diese Aufgabe klug genug und zugleich am günstigsten?“ So klein ist der Abstand an der Spitze inzwischen.

Quellen

Quellen: https://x.com/ArtificialAnlys/status/2075268970492657905

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