Meta streicht die Funktion, mit der jeder KI-Fotos von dir erzeugen konnte, ohne Einwilligung
Muse Image ließ Nutzer KI-Bilder jedes öffentlichen Instagram-Kontos erzeugen, indem sie es nur mit @ erwähnten, standardmäßig eingeschaltet, Opt-out tief in den Einstellungen. Nach wenigen Tagen Kritik zog Meta die Funktion zurück.
Meta hat nur Tage nach dem Start eine umstrittene Funktion seines neuen KI-Bildmodells Muse Image zurückgezogen. Sie erlaubte jedem, KI-Bilder anderer Menschen zu erzeugen, indem er ihr öffentliches Instagram-Konto mit @ erwähnte: keine Einwilligung, nur ein Nutzername. Sie war standardmäßig aktiviert; wer nicht wollte, dass Fotos als Rohmaterial für fremde KI-Bilder dienen, musste das Opt-out selbst tief in Instagram-Einstellungen finden. Nach breiter Kritik räumte Meta ein, die Funktion habe „das Ziel verfehlt“, und schaltete sie ab.
Das Unternehmen sagt, Ziel sei ein „nützliches Kreativwerkzeug“ mit Kontrolle darüber gewesen, ob öffentliche Inhalte so referenziert werden können. Praktisch lief die Kontrolle rückwärts: Einwilligung wurde angenommen, Widerspruch machte Arbeit. In Europa hätte die Funktion ohnehin wohl nicht lange überlebt; EU-Datenschutzregeln verlangen bei Verarbeitung persönlicher Daten wie Fotos meist Opt-in, also vorher fragen, statt Opt-out.
Was dahintersteckt: KI-Unternehmen liefern immer wieder Funktionen zum Erzeugen von Bildern realer Menschen aus, weil sie viral gehen. OpenAIs inzwischen eingestellte Sora-App hatte eine ähnliche Cameo-Funktion, verlangte aber bemerkenswerterweise die Einwilligung der Person, bevor andere ihr Abbild verwenden konnten. Meta übersprang den Einwilligungsschritt, vermutlich weil Reibung Viralität tötet. Die Gegenreaktion war vorhersehbar, der Rückzug ebenso. Die zugrunde liegende Spannung bleibt: Öffentliche Fotos sind genau das Trainings- und Referenzmaterial, das solche Funktionen brauchen, und die Branche testet weiter, wie viel sie standardmäßig nehmen kann, bevor Menschen widersprechen.
Eine leisere Lehre steckt im Zeitablauf. Meta kündigte an, ließ die Funktion sich verbreiten, nahm einige Tage Kritik auf und zog sie erst dann zurück. „Um Vergebung bitten statt um Erlaubnis“ ist hier Produktstrategie, kein Unfall; öffentlicher Druck wirkt nachweislich.
Was das für dich bedeutet: Mit einem öffentlichen Instagram-Konto ist diese konkrete Funktion weg, aber der Schalter, den sie eingeführt hat, ist wissenswert. Prüfe Instagrams Einstellungen auf KI-bezogene Optionen und entscheide bewusst, womit du dich wohlfühlst. Allgemeiner kann alles, was du öffentlich postest, als Referenzmaterial für ein KI-Experiment enden; Standardwerte begünstigen meist die Plattform. Fünf Minuten zur Prüfung dieser Standards sind für die meisten gut investiert.
Quellen
Quellen: https://about.fb.com/news/2026/07/introducing-muse-image-meta-ai/
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