DeepSeek will Wochen nach seiner ersten Runde neue Milliarden, billige KI ist teuer
Die FT berichtet, DeepSeek führe frühe Gespräche über eine neue Runde bei 71 Milliarden Dollar Bewertung, nur Wochen nach 7 Milliarden Dollar Finanzierung. Das Geld soll Rechenzentren und Chips finanzieren, damit die extrem niedrigen KI-Preise bleiben.
DeepSeek, das chinesische KI-Labor, das alle preislich unterbietet, fragt schon wieder nach Geld. Nur Wochen nach seiner ersten Finanzierungsrunde, ungefähr 7 Milliarden Dollar bei 52 Milliarden Dollar Bewertung Ende Mai, führt es laut Financial Times frühe Gespräche mit Investoren über eine neue Runde bei einer Bewertung vor Geld von etwa 71 Milliarden Dollar.
Das frische Kapital hat ein klares Ziel: DeepSeek will eigene Rechenzentren bauen und KI-Chips kaufen; außerdem entwirft es einen eigenen Inferenzchip, also Hardware zum Ausführen eines trainierten Modells, um weniger von Nvidia und Huawei abhängig zu sein. Gründer Liang Wenfeng steckte in der ersten Runde etwa 3 Milliarden Dollar eigenes Geld ein und wurde damit größter Unterstützer neben Investoren wie Tencent, CATL und JD.com. Die neuen V4-Modelle sind mit bis zu 1,6 Billionen Parametern die größten offenen Gewichtsmodelle und kosten brutal wenig: bei Eingaben ungefähr elfmal weniger als GPT-5.5, ein Rabatt, den DeepSeek kürzlich dauerhaft machte. Das wirkt: Zahlungsdaten der US-Finanzfirma Ramp zeigten DeepSeek im Juni unter den am schnellsten wachsenden Softwareanbietern bei amerikanischen Unternehmen, wobei Ramp auch die Sicherheitsfrage beim Senden von Firmendaten über DeepSeeks Plattform nannte.
Was dahintersteckt: KI weit unter dem Preis der Konkurrenz zu verkaufen, funktioniert nur, wenn du die eigenen Kosten weiter senkst, und das braucht eigene statt gemietete Infrastruktur. Daher die Runde. Beim Können ist das Bild ehrlich, aber nuanciert: OpenAIs GPT-5.6 Sol und Anthropics Modelle der Mythos-Stufe sind in eine Liga vorausgezogen, die DeepSeek noch nicht erreicht. Der Fähigkeitsabstand ist aber viel kleiner als der Preisabstand; für viele Alltagsaufgaben gewinnt ein ausreichend gutes Modell zu einem Bruchteil der Kosten. Zugleich finanzieren und veröffentlichen auch die heimischen Rivalen Zhipu, MiniMax und Moonshot aggressiv. Stillstehen ist keine Option.
Was das für dich bedeutet: Wenn du nur mit einer KI-App chattest, ändert sich direkt wenig. Dieser Preiskrieg setzt aber still den Preis für alles, was auf KI gebaut wird: Werkzeuge am Arbeitsplatz, Funktionen in Apps. Kosten leistungsfähige offene Gewichtsmodelle nur Cent, werden KI-Funktionen keine Premium-Zusätze mehr. Beachte, wo ein Modell läuft: Unternehmen und vorsichtige Einzelpersonen sollten bedenken, dass Daten über jede Anbieterplattform der jeweiligen Rechtsordnung unterliegen. Deshalb betreiben manche Firmen offene Modelle auf eigener Hardware.
Quellen
Quellen: https://www.ft.com/content/6deb470e-d152-43a2-be0d-cc1fde4f3db8
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