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education 2 Min. Lesezeit

Informatiklehrkräfte schreiben ihre Prüfungen wegen KI stillschweigend um

Eine Umfrage unter 763 Lehrenden in 49 Ländern ergab, dass 68 Prozent ihre Prüfungen bereits verändert haben. Mündliche Prüfungen und Code-Verteidigungen kehren zurück, und bewertet wird zunehmend das Verstehen statt das Schreiben von Code.

Risograph-Illustration eines hölzernen Schultischs mit leeren Prüfungsheften und einem Bleistift neben einem ausgeschalteten Computer, davor zwei leere Stühle

Falls du dich gefragt hast, wie Schulen mit Schülern umgehen, die eine Hausaufgabe einfach ChatGPT geben können, liefert diese Studie eine breite Antwort. Eine Expertengruppe der ACM, der internationalen Informatikgesellschaft, befragte 763 Informatiklehrende in 49 Ländern und stellte fest, dass die meisten bereits sowohl ihre Lehrinhalte als auch ihre Bewertung verändert haben.

Die Zahlen sind eindeutig. 69 Prozent glauben, KI habe verändert, welche Fähigkeiten Softwareentwickler tatsächlich brauchen. 64 Prozent haben ihren Unterricht bereits vom Schreiben von Code aus dem Nichts hin zum Lesen, Debuggen und Erklären verschoben. Die Prüfung verändert sich noch schneller: 68 Prozent testen anders. Am häufigsten sind mehr beaufsichtigte Präsenzprüfungen, weniger Gewicht für Hausaufgaben, mündliche Prüfungen und Code-Verteidigungen, bei denen Studierende ihre Abgabe laut erklären müssen, sowie Projektarbeit. Manche Lehrkräfte verlangen inzwischen die Offenlegung der KI-Nutzung und Protokolle der Chats.

Dahinter steckt Folgendes. KI-Programmierassistenten können eine typische Einführungsaufgabe ungefähr auf dem Niveau eines durchschnittlichen Studierenden lösen. Das hat den früheren Wert der Hausaufgabe stillschweigend zerstört. Wenn eine Übung nicht mehr beweist, dass jemand etwas selbst kann, ist sie keine Prüfung mehr, sondern Beschäftigung. Deshalb verlagert sich die Bewertung in Situationen, in denen eine Person im Raum ist. Die größte Sorge war nicht Betrug, obwohl ihn 72 Prozent nannten, sondern Abhängigkeit: 87 Prozent fürchten, dass Studierende zu früh und zu stark auf die Werkzeuge vertrauen.

Diese Sorge ist belegt. Eine Anthropic-Studie ergab, dass Entwickler, die eine neue Python-Bibliothek mit KI-Hilfe lernten, in einem späteren Wissenstest 17 Prozent schlechter abschnitten als eine Gruppe ohne. Eine Langzeitstudie mit mehr als 26.000 chinesischen Schülern fand, dass KI die Hausaufgabennoten um 18 Prozent erhöhte, aber sechs Monate später die Ergebnisse geschlossener Prüfungen um etwa 20 Prozent senkte. Ein fairer Vorbehalt zur ACM-Umfrage: Die Befragten kamen überwiegend aus Nordamerika und Europa, 77 Prozent lehren an Hochschulen und alle Antworten sind Selbstauskünfte. Das größte Hindernis, von 48 Prozent genannt, war schlicht das Fehlen erprobter Beispiele für guten KI-Unterricht.

Was das für dich bedeutet: Wenn du mit KI programmieren oder eine technische Fähigkeit lernen willst, lautet die Lehre nicht „Vermeide die Werkzeuge“. Geschwindigkeit und Verständnis sind verschiedene Dinge, und das Werkzeug schenkt dir die erste. Eine praktische Gewohnheit: Lass die KI eine Lösung erstellen, schließe sie dann und baue den schwierigen Teil selbst nach oder erkläre ihn laut wie bei einer Verteidigung. Wenn du Menschen einstellst oder ausbildest, wird das Portfolio eines Absolventen weniger aussagen als ein 15-minütiges Gespräch über den eigenen Code.

Quellen

Quellen: https://www.acm.org/media-center/2026/july/genai-programming-assesment

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