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OpenAI sagt, GPT-5.6 Sol habe seinen eigenen kleineren Bruder trainiert

Mit einem vagen Prompt wählte OpenAIs Flaggschiffmodell GPUs, setzte die Trainingskonfiguration und trainierte das kleinere Luna-Modell selbst nach. Der „automatisierte Forscher“ sei nah, sagt OpenAI.

Strahlende Sonne beugt sich über eine Werkbank und formt mit Lichtstrahlen einen kleinen Halbmond

Ein Detail aus dem GPT-5.6-Start verdient mehr Aufmerksamkeit: OpenAI sagt, sein Flaggschiff GPT-5.6 Sol habe Luna, das kleinste Modell der neuen Familie, selbstständig nachtrainiert. Nachtraining ist die Phase nach der Grundausbildung eines Modells, in der es für bestimmte Fähigkeiten und Verhaltensweisen optimiert wird. Ein Forscher gab Sol einen „ziemlich unzureichend spezifizierten Prompt“, also im Wesentlichen vage Anweisungen. Das Modell ermittelte die Trainingskonfiguration, wählte geeignete GPUs, startete das Trainingsskript und prüfte, ob alles korrekt lief. Früher habe daran ein Team leitender Forscher gearbeitet, sagte OpenAI-Forscherin Kathy Shi bei der Präsentation; nun fühle sich der automatisierte Forscher sehr nah an.

Um diese Fähigkeit zu messen, baute OpenAI eine interne Benchmark-Suite auf echten KI-Forschungsaufgaben: Forschungssysteme debuggen, Trainingsrezepte optimieren, Machine-Learning-Experimente durchführen und ein anderes Modell verbessern. Beim aggregierten Ergebnis, dem RSI-Index, erzielt Sol 16,2 Punkte mehr als GPT-5.5. Das Unternehmen sagt außerdem, in internen Tests habe sich die tägliche Token-Ausgabe pro Forscher mehr als verdoppelt und der Anteil Rechenleistung für internes KI-unterstütztes Programmieren sei in sechs Monaten um das Hundertfache gewachsen.

Was dahintersteckt: RSI heißt rekursive Selbstverbesserung, die Idee, dass ein KI-System sich selbst oder Nachfolger besser macht und jede Runde den nächsten Gewinn erleichtert. Das ist seit Jahren Kern von Sicherheitsdebatten, weil ein sich wirklich selbst verbesserndes System theoretisch sehr schnell beschleunigen könnte. Präzision ist wichtig: Sol automatisierte einen Trainingsschritt unter menschlicher Aufsicht, es erfand keine bessere eigene Version. Selbst Anthropic sagte im Juni, vollständige rekursive Selbstverbesserung sei noch nicht erreicht, warnte aber, sie könne früher kommen, als die meisten Institutionen vorbereitet seien. Der RSI-Index ist zudem OpenAIs eigene interne Benchmark, bewertet von der Partei mit dem größten Gewinninteresse.

Was das für dich bedeutet: An deinen Alltagswerkzeugen ändert sich heute nichts. Dies ist aber ein Wegweiser: Große Labore messen und vermarkten nun offen, wie gut ihre KIs KI-Forschung erledigen. Das ist der Mechanismus hinter dem atemlosen Beschleunigungsgerede und ein Grund, warum Modellstarts immer schneller kommen. Fühlt sich der Nachrichtenrhythmus schon unerbittlich an, deutet diese Geschichte an, dass die Labore daran arbeiten, ihn noch zu erhöhen.

Quellen

Quellen: https://openai.com/index/gpt-5-6/

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