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ai-society 2 Min. Lesezeit

Studie: 41 Prozent langer LinkedIn-Beiträge sind KI-geschrieben, der höchste Wert aller Plattformen

Die KI-Erkennungsfirma Pangram untersuchte mehr als eine Million Social-Media-Beiträge. Plattformübergreifend ist jeder vierte lange Beitrag KI-generiert; bei LinkedIn sind es vier von zehn. So sollten diese Zahlen gelesen werden.

Fließband, das identische leere Sprechblasen ausstößt, während eine handgeschriebene zerknüllte Notiz heraussticht

Wenn dein LinkedIn-Feed zuletzt etwas gleichförmig wirkt, gibt es nun Daten für dieses Gefühl. Laut einer Analyse der KI-Texterkennungsfirma Pangram sind 41 Prozent der LinkedIn-Beiträge mit mehr als 250 Wörtern KI-generiert, der höchste Anteil aller untersuchten Plattformen. Über alle fünf Plattformen der Studie hinweg wurde ungefähr jeder vierte lange Beitrag als KI-geschrieben markiert.

Die Zahlen stammen aus Pangs Chrome-Erweiterung, die zwischen April und Juni 2026 über eine Million Beiträge scannte. LinkedIn stellte nur etwa ein Drittel aller gescannten Beiträge, aber fast zwei Drittel der erkannten KI-Inhalte. Auf X, früher Twitter, war fast die Hälfte langer Artikel KI-generiert oder KI-unterstützt. Substack hatte mit etwa 10 Prozent die niedrigste Langformrate. Reddit zeigte eine merkwürdige Spaltung: Antworten waren zu 98 Prozent menschlich, eigenständige Beiträge enthielten viel häufiger KI-Text.

Was dahintersteckt: Zwei Dinge. Erstens Anreize: LinkedIn belohnt häufiges Posten mit professioneller Sichtbarkeit, und KI macht häufiges Posten fast kostenlos. So wird die Plattform mit dem überschwemmt, was heute oft „Slop“ heißt, massenhaft erzeugtem KI-Inhalt mit wenig Aufwand. LinkedIn soll selbst dagegen vorgehen. Zweitens die Mess-Einschränkung: KI-Detektoren sind nie perfekt. Pangram behauptet eine Falschpositivrate von 0,01 Prozent, doch Detektoren sind im Allgemeinen besser darin, menschliches Schreiben zu bestätigen, als jeden KI-Text zu finden. Der wahre KI-Anteil könnte also sogar höher sein. Die Studie sagt außerdem nichts über Qualität: Ein KI-unterstützter Beitrag ist nicht automatisch schlecht, ein menschlicher nicht automatisch gut.

Was das für dich bedeutet: Als Leser ist gesunde Skepsis nun realistisch, nicht zynisch, besonders bei polierten, listenlastigen Beiträgen von Konten, die verdächtig oft veröffentlichen. Als Autor sinkt die Hürde, herauszustechen, seltsam genug: konkrete Erfahrungen, echte Zahlen und eine erkennbare Stimme sind genau das, was die Slop-Welle nicht faken kann. Wenn du KI zum Schreiben nutzt, erinnert die Studie daran, dass Leser zunehmend merken, wenn unter dem Text keine menschliche Substanz steckt.

Quellen

Quellen: https://www.pangram.com/blog/ai-in-your-feed

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