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openai 2 Min. Lesezeit

Ein OpenAI-Modell schlägt bei einem der schwierigsten Programmierwettbewerbe alle Menschen

Beim AtCoder World Tour Final 2026 löste OpenAIs System alle fünf Algorithmusaufgaben und verdoppelte beinahe die Punktzahl des besten Menschen, ein Jahr nach seinem zweiten Platz.

Ein Roboterarm im Risografie-Stil setzt das letzte Teil in ein geometrisches Puzzle auf einem Siegerpodest, darüber schwebt ein Lorbeerkranz

Beim AtCoder World Tour Final in Japan, einem der angesehensten Wettbewerbe im kompetitiven Programmieren weltweit, schlug ein System von OpenAI in einem Schaukampf alle menschlichen Finalisten. Es löste sämtliche fünf Aufgaben der Algorithmus-Sparte und kam auf 8.300 Punkte, fast doppelt so viele wie der beste Mensch, ein Teilnehmer namens tour1st, mit 4.300 Punkten. AtCoder hatte sogar einen „Humanity Prevails Award“ über 600.000 Yen (etwa 3.300 Euro) für jeden Menschen ausgelobt, der die KI schlagen und den ersten Platz belegen würde. Niemand erhielt ihn.

Ein Selbstläufer war es allerdings nicht. Der Wettbewerbsprogrammierer Psyho, der OpenAIs Modell erst im vergangenen Jahr bei einem verwandten AtCoder-Finale geschlagen hatte, dokumentierte den Wettbewerb auf X. Zwei Aufgaben, D und E, waren selbst nach AtCoder-Maßstäben außergewöhnlich hart. Die KI arbeitete ungefähr drei Stunden an Aufgabe D, bevor sie die Lösung fand. Kein Mensch löste die Aufgaben C oder E. Borys Minaiev, ein ICPC-Weltmeister, der bei OpenAI an Reasoning-Modellen arbeitet, bezeichnete das Ergebnis als „wirklich ziemlich unerwartet“. Die beiden schwierigen Aufgaben seien härter gewesen als alles, woran das Team sein System getestet habe. Seinen Angaben zufolge handelt es sich um ein mit GPT-5.6 vergleichbares Modell mit einer kleinen Softwarehülle, die längere Denkzeiten ermöglicht. Es trat ohne Internetzugang an.

Was steckt dahinter? Beim kompetitiven Programmieren geht es weniger darum, Code einzutippen, als unter Zeitdruck mathematische Rätsel zu lösen, genau jene „denkintensive“ Arbeit, die für KI eigentlich schwierig bleiben sollte. Besonders auffällig ist die Entwicklung: 2024 verfehlte OpenAIs System bei einer führenden Informatikolympiade noch ein Ergebnis auf Bronze-Niveau. 2025 wurde es beim AtCoder-Heuristics-Finale Zweiter und unterlag Psyho. Nun gewinnt es klar. OpenAI betont, diese Systeme würden nicht eigens für jeden Wettbewerb trainiert. Die Erwartungen sollten trotzdem realistisch bleiben: Wettbewerbsaufgaben sind in sich abgeschlossen, klar formuliert und maschinell überprüfbar, das Gegenteil der meisten echten Softwareprojekte, bei denen Anforderungen vage sind und die Hälfte der Arbeit darin besteht, herauszufinden, was überhaupt gewünscht ist. Ein Sieg bei AtCoder bedeutet nicht, dass KI die chaotische Codebasis deines Unternehmens warten kann.

Was das für dich bedeutet: Für die meisten ändert sich heute nichts, doch das Ergebnis zeigt, wohin die Reise geht. Die Denkfähigkeiten, mit denen eine KI solche Wettbewerbe gewinnt, verbessern auch ihre mehrstufige Planung, Fehlersuche und mathematisch anspruchsvolle Arbeit in alltäglichen Werkzeugen. Wenn du oder deine Kinder an Programmierwettbewerben teilnehmen: Die rein menschliche Rangliste existiert weiterhin, aber „die KI schlagen“ gehört nun wie beim Schach und Go eher zu den nostalgischen Vorstellungen als zu den realistischen Zielen.

Quellen

Quellen: https://the-decoder.com/openais-ai-beats-every-human-at-atcoder-a-top-competitive-programming-contest/

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