Nvidia übernimmt einen Teil des Verlusts, wenn die eigenen Chips an Wert verlieren. So sammeln Sie 500 Milliarden Dollar.
Sechs der größten Finanzhäuser wollen KI-Rechenzentren finanzieren. Damit die Zahlen stimmen, garantiert Nvidia bis zu einem Viertel dessen, was seine Hardware am Ende wert sein wird.
Nvidia hat Absichtserklärungen mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR unterzeichnet, um mehr als 500 Milliarden Dollar an Fremdgeldern für Rechenzentren, Chipfabriken und Kraftwerke zu mobilisieren. Die Idee, wie CEO Jensen Huang es beschrieb, besteht darin, nicht mehr jedes KI-Rechenzentrum als einmaliges Geschäft zu behandeln und es so zu finanzieren, wie man ein Stromnetz oder eine Eisenbahn finanziert. Die Anleger waren nicht sofort begeistert: Der Aktienkurs von Nvidia fiel um etwa 1,4 Prozent, nachdem die Financial Times die Geschichte veröffentlichte, und vernichtete dadurch mehr als 70 Milliarden Dollar an Marktwert.
Der interessante Satz ist in der Struktur vergraben. Um Kreditgeber zu beruhigen, bietet Nvidia Restwertgarantien für einzelne Projekte an: Wenn die installierte Hardware am Ende der Finanzierungslaufzeit weniger wert ist als erwartet, übernimmt Nvidia einen Teil des Fehlbetrags, bis zu 25 Prozent einer bestimmten Transaktion, je nach Projekt. Im Klartext: Das Unternehmen, das die Chips verkauft, übernimmt einen Teil des Risikos, dass seine eigenen Chips veralten. Huang sagt, dass der Anteil weit unter dem liegt, was bei vergleichbarer Computerfinanzierung üblich ist, und dass die eigentliche Bonitätsbeurteilung bei den Banken liegt.
Warum diese Klausel überhaupt existiert, ist die wahre Geschichte. Investor Michael Burry hat argumentiert, dass die großen Cloud-Unternehmen ihre Grafikkarten über fünf bis sieben Jahre abschreiben, während Nvidia sie alle zwei bis drei Jahre austauscht, und dass der Wertverlust daher zwischen 2026 und 2028 um etwa 176 Milliarden Dollar unterschätzt wird. Huangs Antwort ist eine direkte Widerlegung: Der 2020 eingeführte A100 verdient sechs Jahre später immer noch Geld, CUDA macht alte Hardware immer nützlicher und die Mietpreise steigen eher als zusammenbrechen. Er nennt H100-Jahresverträge, die von 1,70 Dollar pro GPU-Stunde im Oktober 2025 auf 2,35 im März 2026 steigen, wobei die B200-Kapazität bei 5,30 bis 7,05 liegt.
Beide Männer beschreiben die gleiche Unsicherheit von entgegengesetzten Seiten, und die Garantie liegt darin, was passiert, wenn man den Preis festlegen muss. Morgan Stanley rechnet mit Ausgaben von Cloud-Unternehmen in Höhe von 3,5 Billionen Dollar zwischen 2026 und 2028. Der Präsident von Apollo beziffert den Gesamtbedarf auf über 8 Billionen Dollar. Die Bank of England warnte in ihrem Finanzstabilitätsbericht vom Juli, dass das Tempo in der Geschichte beispiellos sei, dass ein Schock für stark verschuldete KI-Firmen die globale Kreditvergabe verschärfen könnte und dass die Banken nur begrenzte Einblicke in ihr eigenes indirektes Risiko hätten.
Was das für dich bedeutet: An Ihrem Chatbot ändert sich heute nichts. Aber es ist die Maschinerie, die darüber entscheidet, ob KI billig bleibt. Es gibt kostenlose Kontingente, Flatrate-Abonnements und 20-Dollar-Pläne, weil jemand anderes die Hardware finanziert, und Strukturen wie diese dienen dazu, die Finanzierung zu verlängern. Wenn die Restwertwette gut läuft, bleiben die Preise länger niedrig. Wenn dies nicht der Fall ist, zeigt sich die Korrektur in höheren Preisen und dünneren Gratisplänen und laut Bank of England möglicherweise an einem Ort, der unbequemer ist als Ihr Abonnement. Sehenswert, aber keine Panik wert.
Quellen
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